Südfranzösiche Nationalgestüte Pau und Trabes

Während meines 4-wöchigen Aufenthalts in der ca. 1600km entfernten Stadt Pau, welche im Süd-Westen Frankreichs liegt, habe ich verschiedene Nationalgestüte und Reitbetriebe der Region besichtigt. Auch die Vorveranstaltungen der Abendshow „Equestria“ durfte ich sehen. Ob es Unterschiede zu dem deutschen Reitsport gibt und welche interessanten Gadgets es früher bereits gab, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Bitte berücksichtigt, dass sich der Bericht ganz allein auf meine persönliche Erfahrung und meine eigenen Eindrücke bezieht.

• Pau •

Haras National

Das Haras National sollte eines meiner persönlichen Highlights werden. Das große weitläufige Gelände war beeindruckend. Nach meiner Ankunft waren im Eingangsbereich keinerlei Personen, weshalb ich mich auf dem Gestüt umsah und kurzerhand zum Büro ging. Dort wurde mir mitgeteilt, dass das Anwesen privatisiert wurde und es für keinerlei Besichtigungen mehr zur Verfügung stehe.

Ferienbetrieb

Wenig später schaute ich mir einen Ferienreitschulbetrieb an. Was mir dabei besonders aufgefallen ist, waren die Boxen. Viele Türen standen offen und hatten lediglich eine Kette davor, um das „Herausspazieren“ der Pferde zu verhindern. Zudem waren viele Boxen mit einer Isolierfolie unter dem Dach abgedeckt, damit die heiße Luft nicht zu schnell in die Boxen gelangen konnte. Die Halle hatte aufgrund der klimatischen Bedingungen keine Wände. Denn in Pau sind es selbst im Winter bis zu 10 – 15 °C. Weitere Unterschiede sind mir nicht aufgefallen.

• Tarbes •

Haras National und Equestraia

Morgens um 8:03 Uhr fuhr ich mit dem regionalen Zug nach Tarbes. Die Fahrt dauerte ca. 50 Minuten. Bis zum Einlass in das Nationalgestüt um 10:30 Uhr setzte ich mich in den Park und laß. Der Eintritt lag mit der einstündigen Führung zusammen bei 10 EUR.

Die Equestria, als erste europäische Festival Show im Sommer, fand dieses Jahr das 24. Mal statt. Es ist vergleichbar mit dem Showangebot auf der Pferd & Jadg in Hannover (Nacht der Pferde und den kleineren Vorführungen, welche über den Tag verteilt sind) und Apassionata. Vorweg muss ich sagen, dass ich mir das abendliche Programm nicht angucken konnte, deshalb kann es durchaus sein, dass es auch hier einige Unterschiede zu deutschen Vorführungen gab/ gibt.

Bei der Führung über das Gelände des Gestüts  wurde auch dessen Geschuchte aufgegriffen. Zu Beginn waren die Gestüte unter königlischem Besitz, bis es zu franösischen Revolution kam, viele Reter und Pferde geetötet wurde und auch die Finazierung immer schwieriger wurde. Es wurde um 1806 von Napoléon dem Ersten wiedereröffnet. Das Navarrin Pferd und die Anglo-Araber entstanden in Tarbes. Das Haras beherbergt folgenede Rassen: arabische Vollblüter, Landais Pony, Mérens, Bretons und Comtois Pferde. Die zuerst genannte Rasse wurde für militärische Zwecke gezüchtet. Im 19. Jahrhundert wurden die verschieden Gebäude, welche in unterschiedlichen Jahrhunderten entstanden, durch Architekten optische aufeinander abgestimmt. 2016 wurde das Nationalgestüt durch die IFCE an das Rathaus/ Stadt Tarbes verkauft.

Die Schwerpunkte des Haras liegt heute auf der Erhaltung der Rassen, Forschung, Verbreitung von Wissen, Pferdetraining und Unterstützung des Reitbereiches.

Es wurden uns bei dem Rundgang drei Typen von Boxen gezeigt:

Typ 1

Die komfortlose Militär-Box, die mehr oder weniger nur dazu da war, dass Pferd unterzustellen. Sie hatte lediglich den Aspekt der praktischen, möglichst arbeitsfreien Nutzung im Fokus.

Typ 2

Die modernisierte Box, bei welcher verstärkt auf die Bedürfnisse des Pferdes eingegangen wurde. Ausreichend Licht, Kühlung durch eine große mit Holz verkleidete Decke. Türen und Fenstern welche mit blauer Pastellfarbe gestrichen wurden, um Insekten fern zu halten (diese Methode kam später auf den gesamten Gelände zum Einsatz). Im Krankheitsfall musste das Pferd nicht vollständig von seine Artgenossen isoliert werden, da man es an zwei Anbinde haken in der Box festmachen konnte. Zudem wurde in der Box operiert (vorher war das Pferd ebenfalls angebunden), um den Stresspegel für das Pferd so gering wie möglich zu halten. Eine kleine Klappe erleichterte die Stallarbeit um viele, da diese nur geöffnet und der Mist reingeschoben werden musste. Zudem waren die Boxen heller gestrichen.

Typ 3

Diese Box ähnelt schon der den heutigen Boxen. Sie hatte alles, was es auch in der Box von Typ 2 gab. Dem Entscheidenden Unterschied macht jedoch das angrenzende Paddock. Das Pferd hat nicht die Möglichkeit von sich alleine aus rein oder raus zu gehen, da Box und Paddock von einer schmalen Gasse getrennt werden, jedoch wurde dem Pferd durch den Wechsel von Innen- und Außen-Box mehr Abwechslung verschafft.

In die ehemalige Reitbahn wurden mit den Jahren Boxen gebaut und ein Obergeschoß mit Treppenzugang installiert, welcher von Gustav Eiffel konstruiert wurde. Das besondere bei diesem Gebäude ist die Dachkonstruktion, welche freitragend ist und nach dem Trait de Jupiter gebaut wurde. In dem Gebäude befanden sich verschieden Ausstellungsstücke, wie Arten von Hufeisen, Der Aufbau des Sattels, Entwicklung der Sättel und Anatomie und Aufbau des Pferdes.

Aufgrund der Equestrtia waren auf dem Anwesen mehrere kleine Bühne aufgebaut bei welchem ungeraderem Voltigieren, Bodenarbeit oder das Reiten mit zwei Pferden und der Doppellonge vorgeführt wurde. Es gab zahlreiche Stände von Pferdezubehör über Essen.

Gegen 15 Uhr trat ich die Rückfahrt mit dem TGV an.

Ich hoffe, dass ich euch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen des Haras National geben konnte 🙂 .

Alles Liebe ❤️

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