Viele ReiterInnen träumen vom eigenen Stall- oder zu mindest von der eigenen Weidehaltung im Sommer, doch was heißt es wirklich das in Eigenregie zu übernehmen? In diesem Beitrag gebe ich euch einen kleinen Einblick, was die Vor- und Nachteile der eigenen Weidehaltung sein können.
Bevor es mit der eigenen Weidesaison losgehen kann müssen Wiesen, mit der für die Pferde entsprechenden Fläche, organisiert (z.B. durch Pacht oder eigenen Besitz) werden.

Es muss sich darüber geeinigt werden, ob Heu dazu gefüttert werden soll oder darf. Soll das Heu in eine Raufe oder doch eher in Heusäcken gefüttert werden? Wo kann ich diese befestigen?… Zudem muss überlegt werden was mit der Wiese nachdem sie abgehütet wurde geschieht. Soll oder muss sie geschleppt werden? Wer macht das? Welche Kosten fallen hierfür an? Wird die Wiese gedüngt?
Weiter sollte organisiert werden, wie Wasser auf die Wiese kommt. Ist es möglich eine Bodentränke zu installieren? Kann ich ein Wasserfass leihen und habe ich jemanden, der mir das zur Weide bringt?
Wenn all die Fragen rund um die Wiese geklärt sind, folgt das Einzäunen. Hier muss vorab Material besorgt und Zeit gefunden werden, um die Wiese für die Saision frisch zu machen. Beim Einkauf des Materials solltet ihr wissen, ob ihr vorhabt die Wiese vorzustecken oder ganz auf zu lassen oder vielleicht zu unterteilen.
Dann können die Pferde auf die Wiese. Hier sollte jedoch spätestens jeden 2. Tag jemand nach den Tieren sehne, da Zäune von Wild umgelaufen werden können, das Stromgerät leer gehen kann und das Wasser gefüllt werden muss. Habt ihr die Zeit dafür?
Nach der Weidezeit müssen die Wiesen in der Regel wieder abgebaut werden und das Material irgendwo verstaut werden.
Saisonale AussatllerInnen müssen zudem beachten, dass eine Freihaltungsgebühr für ihre Boxen im Winterstall anfallen kann.
Wie man sieht, ist hier an ganz schön viel zu denken. Daher habe ich euch nochmal kurz und bündig die Vor- und Nachteile aufgelistet:
Vorteile:
+ Wiesen können individuell gewählt werden, ggf. den Bedürfnissen der Pferde angepasst (nur gerade Flächen, die nicht zu matschig werden).
+ Pferde können in der Nähe des Wohnortes oder sogar im Ort stehen – ggf. kürzerer Weg zum Pferd
+ Futter kann so rationiert werden, wie es gewünscht ist (Vorstecken oder ggf. heu dazu füttern)
+ I.d.R. können Kosten gespart werden (besonders bei mehreren Pferden)
Nachteile:
– Zu Beginn sehr zeit- und kostenintensiv (vor und nach der Saision müssen Weiden ggf. Auf- und abgezäunt werden)
– Oft keine Box/ Unterstand vorhanden in die bei Krankheit gestellt werden kann
– Sattelzeug hat keinen festen Ort und muss immer mit zur Weide gefahren werden
– Sehr wetterabhängig
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die eigne Weidehaltung besonders zu Beginn sehr zeit- und kostenintensiv ist. Rechnet man die Ausgaben jedoch auf mehrer Jahre hoch, so ist diese Haltung günstiger als das Einstellen der Pferde über den Sommer (insofern eine Freihaltungsgebühr nicht extrem hoch ist). Weidehaltung in Eigenregie zu übernehmen ermöglicht es die Pferde den eigen Wünschen entsprechend zu versorgen, zieht aber auch mit sich, dass auf den ein oder anderen Luxus, verzichtet werden muss.
Versorgt ihr eurer Pferde im Sommer selbst? Schreibt gern in die Kommentare.
Ganz liebe Grüße

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